Sonntag, 5. Juli 2015

Über den Niedergang unserer Sprache

Ein wunderbares Buch hat mich die letzten Tage erreicht Der Titel lautet "Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?"- das hat sich doch wohl jeder von uns schon mal gefragt, oder? Sei es in der U- Bahn, beim Einkaufen oder auf Arbeit, nirgendwo scheint man vor geistreichen sprachlichen Bekundungen geschützt zu sein.



 Werfen wir zunächst einen Blick auf den Klappentext:

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Es war einmal eine Sprache, die vor lauter Poesie und Wohlklang die Menschen zu Tränen rührte. Die von Dichtern und Denkern immer weiter perfektioniert wurde. Die um ein Haar auch in der Neuen Welt gesprochen worden wäre. Das aber ist lange her- und ein für alle Mal vorbei. Heute ist Deutsch ein linguistisches Auslaufmodell.
Wie konnte es nur so weit kommen, dass unsere Kinder zwar wissen, was ein Babo ist- aber keine Ahnung haben, wer dieser Goethe war? Warum wundern wir uns nicht, wenn uns die Werbung von Care Companys, Createurs d´Automobiles oder Sense and Simplicity erzählt? Und wieso, verdammt noch mal, nennen wir unsere Kinder Justin, Cheyenne oder Jeremy?
Andreas Hock fand Antworten auf diese und viele andere Fragen zum Niedergang unserer Sprache- der eigentlich schon vor Hunderten von Jahren begann und an dem nicht nur Friedrich der Große, Adolf Hitler oder Helmut Kohl schuld sind. Sondern wir alle, ey!
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Die Umschlaggestaltung finde ich ja mal grandios- ein, vor Übelkeit oder Entsetzen grün angelaufener Goethe, der die Augen verdreht und sich in einer Gedankenblase fragt, ob er denn der Einzige sei, der Deutsch kann. Das ist doch mal ein Cover, das wie die Faust aufs Auge zum Inhalt des Buches passt.
Andreas Hoch fragt sich auf über 180 Seiten, was denn wohl der Grund für den Untergang unserer einst so schönen Sprache ist. Und er wird fündig und muss feststellen, dass es schon lange vor RTL II und den ganzen Mitten- im- Brennpunkt- und- Familien- im- Leben- und- sowieso Teenagerschwangerschafts- Sendungen anfing.

Das Buch ist eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, die der Autor in viele kleine Kapitel unterteilt hat, die so sonderbar komische Titel tragen, wie:

- Weil uns schon am Anfang der Spaß verging
- Weil uns die Grimms Märchen erzählten
- Weil es in Preußen zu viele Beamte gab
- Weil Disney mehr Bumm! war als Dürrenmatt
- Weil Statements auf einmal gesprayt wurden
- Weil Berta´s Snack´s zwei Apostrophe zu viel hatte
 
Ein lockeres und mit viel Ironie geschriebenes Buch, das den Leser in jedem Kapitel zum Schmunzeln bringt. Und sollte es da draußen überhaupt noch Schüler geben, die ihren Lehrer oder ihre Lehrerin zum Abschluss beschenken, so wie es in meiner Generation noch üblich war, dann ist das sicherlich auch eine schöne Idee.


Bestellen könnt ihr das Buch erchienen im riva Verlag mit der ISBN 978-3-86883-443-7 für 14,99€ unter anderem HIER auf der Verlagswebsite.

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