Mittwoch, 9. September 2015

Ziemlich nah am Glück

Ein Baby ist wohl das Schönste auf der ganzen Welt und die Krönung jeder Liebe. Doch was ist, wenn das Kind behindert zur Welt kommt? Kann man es genauso bedingungslos lieben, wenn man weiß, dass es einen vielleicht nie mit Mama oder Papa anspricht? Das es wohl nie selbst die ersten eigenen Schritte macht und nie auf der Wiese Gänseblümchen pflücken kann?
Mit diesem, doch nicht ganz so leichten Thema befasst sich Saira Shah in ihrem neuen Buch "Ziemlich nah am Glück".



Hier mal ein Blick auf den Klappentext:

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Ein bewegender Roman über das, was im Leben wirklich wichtig ist...
Anna und Tobias haben große Pläne: Sobald ihre Tochter geboren ist, wollen sie in die sonnige Provence ziehen, wo Anna eine Kochschule eröffnen möchte. Doch ihr Wunschkind Freya kommt behindert zur Welt, und ihr Traum droht durch den Schicksalsschlag zu zerplatzen. Anna aber gibt nicht auf und zieht mit Freya und Tobias in ein kleines Dorf auf dem französischen Land. Trotz aller großen und kleinen Probleme, die sie dort erwarten, versucht sie, stark zu sein- für Freya, für Tobias und für sich selbst. Denn auch aus dem größten Unglück gibt es einen Weg zum Glück, wenn man ihn gemeinsam geht...
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Die Autorin nimmt hier wirklich kein Blatt vor den Mund und beschönigt nichts. An mancher Stelle muss man schon schlucken, weil man sich sagt, dass eine liebende Mutter soetwas doch nicht machen würde. Freya hat zum Beispiel jeden Tag Krampfanfälle, bei denen sie dann auch keine Luft bekommt und wenn sie nicht nach fünf Minuten normal weiteratmet, dann soll sie ein Zäpfchen bekommen. In der einen Situation lässt Anna die kleine Freya während eines Anfalls im Bett liegen und geht einfach nach draußen, weil sie mit der Situation nicht klar kommt. Das sind dann schon Gänsehautmomente, wo ich mich frage was das für eine Mutter ist. Aber ich bin, Gott sei Dank, nicht in der selben Situation wie Anna und Tobias und ich denke, dass vor allem Eltern mit behinderten Kindern, sich an mancher Stelle in diesem Buch wiederfinden. Dann kann man manches vielleicht eher nachempfinden.

Wenn dann auch noch das Haus, in das man erst gezogen ist eine absolute Ruine ist und es in der Beziehung krieselt, dann sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Es ist von den Charakteren sehr gewagt trotz Freya den Mut zu haben, auszuwandern. Das haben viele ohne Kind nicht einmal.
Man fühlt sich als Leser auch sofort als Teil der Geschichte. Und ich denke, gerade was Les Rajons angeht, hat wohl jeder, der das Buch gelesen hat eine genaue Vorstellung von dem Anwesen, dem Ort an sich und den einzelnen einprägsamen Charakteren, die dort leben und die Familie auch sofort in ihr Herz schließen und unterstützen, wo sie nur können.

Was Anna und Tobias durch das Schicksal von Freya wirklich durchmachen ist hier sehr unverblümt niedergeschrieben und das ist genau das, was dieses ergreifende Buch ausmacht. Das Leben ist nicht immer schön und gerecht schon gar nicht. Aber mit den richtigen Menschen an unserer Seite können wir alle über uns hinauswachsen und auch die dunklen Seiten überstehen.

Eine Leseempfehlung gibt es von mir auf jeden Fall. Denn das Leben hält nun mal nicht immer Happy Ends parat, oder doch?

Bestellen könnt ihr das Buch erschienen im Goldmann Verlag für 9,99€ mit der ISBN 978-3-442-48224-5 unter anderem HIER auf der Verlagswebsite.

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